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Pressemeldung

Herausforderungen des Älterwerdens im Emsland



Lingen. Chancen und Risiken einer alternden Gesellschaft standen am Mittwoch im Mittelpunkt der zweiten Gesundheitskonferenz des Landkreises Emsland in Lingen. Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt betonte in ihrem Grußwort, dass die Politik die Rolle der Kommunen stärken wolle, damit diese vor Ort besser steuern können.Angesichts des demografischen Wandels betonte Rundt die Bedeutung der Aufgabe, die Risiken und Möglichkeiten einer alternden Gesellschaft zu erkennen. Insbesondere auf kommunaler Ebene müssten dabei Angebote entwickelt werden, die den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden, sagte Rundt. Die Erfahrung zeige, dass das Zusammenwirken aller gesundheitlichen Akteure von großem Nutzen für die jeweiligen Regionen sein könne. Dabei sei die kommunale Ebene bestens geeignet: „Sie kennen die sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Belange der Menschen vor Ort am besten.“

Lob für die Region

In diesem Zusammenhang sparte die Ministerin nicht an lobenden Worten für die Region. Mit der Berufung eines Demografiebeauftragten zeige der Landkreis Emsland, dass er die Herausforderungen des demografischen Wandels erkannt habe. Das Emsland gehöre zu den Gesundheitsregionen in Niedersachsen, die sich durch großes Engagement auszeichneten. Beispielhaft nannte die Ministerin die Projekte „Regionales Wundmanagement“ und „Genial-Lotse“, die im vergangenen Jahr mit jeweils 100.000 Euro gefördert worden sind.

Vernetzt denken und handeln

Auch Landrat Reinhard Winter betonte den sich abzeichnenden dynamischen Wandel der gesellschaftlichen Altersstruktur. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Menschen im Emsland zwar jünger seien als im Landesdurchschnitt, der Alterungsprozess aber schneller vorangehe. Um sich den Herausforderungen wirksam stellen zu können, sei ein vernetztes Denken und Handeln notwendig, betonte Winter.

Ältere kamen selbst zu Wort

Um nicht ausschließlich über das Älterwerden zu sprechen, sondern auch den Älteren selbst das Wort zu geben, zeigten die Veranstalter der Gesundheitskonferenz einen Film, in dem drei Senioren in ihren 70ern und 80ern sowie eine 101-Jährige ihre Erfahrungen mit dem Altern, ihre Zufriedenheit und ihre großen und kleinen Probleme schilderten. Das reichte von der guten Unterbringung im Pflegeheim über Fahrten in rumpelnden Bussen, um Besorgungen erledigen zu könne bis hin zur Qual, bis zu sieben Monate auf einen Termin beim Facharzt warten zu müssen.

Frage der Perspektive

Mit der Frage, ob die Gesetzgebung im Gesundheitswesen den Bedürfnissen aller Betroffenen, sprich Patienten, Ärzten, Krankenkassen und anderen Beteiligten gerecht werde, beschäftigte sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Mark Barjenbruch. Letztlich sei alles eine Frage der Perspektive, so Barjenbruch am Beispiel des Patienten. In seiner Rolle als Kranker erwarte er die bestmögliche medizinische Versorgung, in der Rolle als Beitragszahler möglichst niedrige Beiträge.

Podiumsdiskussion

Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt sprach beim zweiten emsländischen Gesundheitsforum in Lingen zum Thema älterwerdende Gesellschaft. Foto: Sven Lampe Professor Michael Freitag von der European Medical School Oldenburg-Groningen beleuchtete Fragen zu Bedarf und Wandel der hausärztlichen Versorgung. In einer Fach-Podiumsdiskussion tauschten sich unter der Moderation von Kreisrätin Sigrid Kraujuttis Barjenbruch, Freitag die Mediziner Dr. Jan Sievert, Dr. Joachim Beyer, Prof Gerald Kolb, Frau Katharina Alex, Heimärztin des Gesundheitsnetz genial eG und die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Johanna Sievering, aus zum Thema „Ist der ältere Patient im Emsland gut versorgt?“

Erschienen am Mittwoch, 10. August 2016: http://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/757019/herausforderungen-des-alterwerdens-im-emsland


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