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Pressemeldung

Kongress in Lingen: Die Arzthelferin und die Kunst der Gelassenheit

Lingen. Zum ersten Mal hat Genial, das Gesundheitsnetz im Altkreis Lingen, einen Kongress für Medizinische Fachangestellte organisiert. Die Resonanz war enorm. "Wir mussten bei 185 Anmeldungen stoppen", freute sich Christoph Schwerdt vom geschäftsführenden Vorstand von Genial. 

Die medizinische Fachangestellte, wie die Arzthelferin heute heißt, hat aber mitunter einiges auszuhalten. Foto: dpaAuch Friedhild Füser, die bei Genial für das Veranstaltungsmanagement zuständig ist, sah in der großen Teilnehmerzahl eine Bestätigung dafür, dass das Interesse an Fort- und Weiterbildung und Austausch über berufliche Belastungen, die der Beruf der Medizinischen Fachgestellten (MFA) mit sich bringt, groß ist. Denn in der Veränderung der Berufsbezeichnung für die Arzthelferin spiegelt sich auch das breite Tätigkeitsspektrum der MFA wieder. Es reicht von der medizinischen Assistenz bei Untersuchungen, Diagnostik und Therapie über die Dokumentation von Behandlungsabläufen bis zur administrativen Verwaltung des Praxisbetriebes. 

Die fachlichen Herausforderungen beschreiben das Berufsbild der MFA aber nicht vollständig, wie Schwerdt und Füser im Gespräch mit der Redaktion deutlich machten. Es sind insbesondere auch Fragen des Umgangs mit Patienten, schwierige Situationen vorne an der Anmeldung in der Praxis, die die Fachangestellten auf dem Kongress beschäftigten. "Der Vortrag 'Gerlassenheit in schwierigen Situationen' wurde besonders stark nachgefragt", sagte Füser. Katharina Vollbracht, Fachberaterin Stressmanagement bei der AOK, hatte ihn gehalten. 

Verhältnis zum Patienten 

"Ohne fachliche Kompetenz geht es nicht, aber empathische Fähigkeiten werden auch immer wichtiger", beschrieb Schwerdt das Verhältnis zwischen MFA und Patienten. Eine Herausforderung vor allem dann, wenn die Praxis sehr voll ist und der vereinbarte Behandlungstermin sich immer weiter nach hinten schiebt. Dann ist es zumeist die MFA, die den Druck - und den Ärger - aushalten muss. Sehr positiv aufgenommen worden sei deshalb von den Fachangestellten der Redebeitrag von Oberbürgermeister Dieter Krone, sagte Schwerdt. "Ohne euch läuft gar nichts", hatte dieser den MFA gegenüber geäußert. 

Weitere Themen auf dem Kongress waren unter anderem die Patientenverfügungen und Vollmachten, Hygiene und Umweltschutz, der Datenschutz, die Gebührenordnung, Wissen über Cholesterin, Knochengesundheit sowie Ernährungstipps. "Angebote in der Fort- und Weiterbildung gehören zum Markenkern von Genial", sagte Schwerdt. Das Gesundheitsnetzwerk plane deshalb für das nächste Jahr den zweiten Kongress für Medizinische Fachangestellte, erklärte Füser. 


Quelle: https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1751356/kongress-in-lingen-die-arzthelferin-und-die-kunst-der-gelassenheit
Erschienen am 28. Mai 2019 in der Lingener Tagespost (Autor: Thomas Pertz)



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